Psalm 1 - EG (Luther)
Der ist wie ein Baum
Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen
noch tritt auf den Weg der Sünder
noch sitzt, wo die Spötter sitzen,
sondern hat Lust am Gesetz des Herrn
und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht!
Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen,
der seine Frucht bringt zu seiner Zeit,
und seine Blätter verwelken nicht.
Und was er macht, das gerät wohl.
Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten.
Psalm 1 - BasisBibel
Die Freude an Gottes Wort
Glücklich ist der Mensch,
der nicht dem Vorbild der Frevler folgt
und nicht den Weg der Sünder betritt.
Mit Leuten, die über andere lästern,
setzt er sich nicht an einen Tisch.
Vielmehr freut er sich über die Weisung des Herrn.
Tag und Nacht denkt er darüber nach
und sagt Gottes Wort laut vor sich hin.
Er gleicht einem Baum,
der am Wasser gepflanzt ist.
Früchte trägt er zu seiner Zeit,
und seine Blätter welken nicht.
Alles, was er tut, gelingt ihm gut.
Ja, der Herr achtet auf den Weg,
den die Gerechten gehen.
Psalm 1 - Jörg Zink
Glücklich der Mensch,
der nicht lebt nach dem Rat und Vorbild der Bösen.
Der die Wege nicht betritt,
die ihn in Schuld führen.
Der sich nicht mit denen gemein macht,
die verächtlich reden über Gott
und spöttisch über Menschen,
die an ihn glauben.
Glücklich,
wer Gottes Weisungen in sein Herz nimmt
und über sie nachsinnt bei Tag und Nacht.
Der ist wie ein Baum,
der an einem Wasserlauf steht, der Kraft hat,
Frucht zu tragen, wenn es Zeit ist,
und dessen Blätter nicht verwelken.
Glück und Gelingen liegen über seiner Arbeit.
Denn Gott begleitet die Seinen,
die ihn suchen.
Er führt sie ans Ziel.
Psalm 1 - nach P. Spangenberg
WIE EIN SCHÖNER BAUM
Wenn du dich nicht zu denen hältst,
die über Gott lästern
oder gemeine und dumme Witze machen,
sondern dich freust,
dass du getauft bist
und Bescheid weißt über das,
was Gott Freude macht,
dann bist du wie ein schöner Baum,
der dicht am Wasser wächst,
seine Wurzeln tief in den Boden getrieben hat
und herrlich blüht.
Psalm 1 - Resonanz
.... wie ein Baum
Ein wunderbares Bild. So möchte ich sein – wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen.
Im Erdreich verwurzelt, bodenständig, verankert und wunderbar versorgt mit allem, was nährt.
Ein Stamm, der standhält, an den man sich anlehnen kann, der den Stürmen trotzt, der hält, kräftig und lebendig.
Eine Krone, in der viel Platz ist für Leben. In der es blüht und Früchte wachsen. In der Vögel singen und nisten, Bienen summen. Blätter atmen. Sie kommen und gehen – immer wieder neu.
Eine Vision – und vielleicht ist sie auch schon manchmal da.
Denn es ist doch so einfach, so natürlich.
Ein Baum, der wächst. Ein Mensch, der lebt.
Nur darauf kommt es an, sagt der Psalm: dass du gut versorgt bist. Entscheidend ist die Quelle, aus wir schöpfen. Ist sie vergiftet mit schlechten Worten und Gedanken, weil wir im Rat der Spötter sitze? Mit Leuten, die über andere Lästern?
Oder ist sie lebensspendend, weil wir dem nachsinnen, was Gott Freude macht und was dem Leben guttut?
Der Psalm fordert mich auf: „Geh an deine Quelle, die dich stärkt!“ Wenn das Gute in mir angereichert ist, wird die Güte, in der wir einander begegnen, fast versehentlich geschehen. Wenn ich aber seelisch verarmt bin, weil ich nicht gestärkt bin, ist jedes bemühte Wort nur der künstliche Versuch, gut zu sein. Dann habe ich vergessen, Gutes zu empfangen.
Ein leeres Gefäß kann sich nicht ausgießen. Wir mögen große Ziele haben, wichtiger aber ist, dass wir wissen, was die Quelle ist, aus der wir schöpfen. Denn sonst vertrocknet uns unterwegs das Herz. Man kann nicht auf grüne Blätter hoffen, wenn dem Baum das Wasser fehlt.
Jürgen Jessen-Thiesen